Überraschung: Bausparen ist wieder en vogue

Die Zahl der Neuabschlüsse bei Bausparverträgen ging seit 2014 permanent runter. 2017 waren es laut Statistischem Bundesamt nur rund 1,7 Millionen, nachdem die Branche 2013 noch drei Millionen Neuabschlüsse gemeldet hatte. Nun scheint es aber eine Trendwende zu geben –Branchenprimus Schwäbisch Hall schloss 2018 im Inland Bausparverträge über ein Volumen von 29,7 Milliarden Euro, ein Wachstum von 1,7 Milliarden Euro. Laut der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) falle das Plus auch im Branchendurchschnitt ähnlich hoch aus.


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Der Grund ist offenbar, dass die Kunden die Verträge vermehrt mit Blick auf die Darlehen nach Abschluss der Ansparphase abschließen. "Wir stellen fest, dass die Leute schon die Finanzierung im Blick haben", zitiert die FAZ eine Sprecherin des Verbands der Landesbausparkassen. Die Bausparverträge werden also nicht mehr wie früher üblich als sichere, festverzinsliche Geldanlage abgeschlossen, sondern um sich tatsächlich Minizinsen für einen Immobilienkauf zu sichern.

Aber: Die Darlehenssummen werden größer!

Hierzu muss man wissen, dass bei Bausparverträgen über einen gewissen Zeitraum Geld angespart wird. Ist eine bestimmte Summe erreicht, ist der Vertrag zuteilungsreif, und Kunden können einen Kredit nach anfangs festgelegten Konditionen aufnehmen – und die sind aus Sicht der Häuslebauer in spe momentan noch sehr günstig.  

Dazu passt, dass laut FAZ Bausparverträge mit höheren Darlehenssummen abgeschlossen werden. Bei Schwäbisch Hall sind es im Schnitt 56.000 Euro, bei den zum Sparkassenverbund gehörenden Landesbausparkassen rund 50.000 Euro. Mit anderen Worten: Die Menschen versuchen, sich hohe Immobiliendarlehen für wenig Zinsen zu sichern. (jb)




Quelle: fondsprofessionell.de, 20.03.19


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