Auto & Reise: So wer­den Wohn­mo­bile ver­si­chert

Unfälle, überschwemmte Campingplätze oder das geklaute Fahrrad vom Heck: Ohne die richtige Wohnmobilversicherung kann der mobile Sommerurlaub schnell zum finanziellen Fiasko werden. Das sind die wichtigsten Policen im Überblick.


Die Corona-Pandemie sorgt für einen Boom beim Caravaning. Kein Wunder: Beim Urlaub im eigenen Wohnmobil muss niemand in ein volles Flugzeug steigen. Die Familie kann im Fahrzeug praktisch unter sich bleiben und muss keine Ansteckung befürchten. Das führt zu einem Rekord bei den Neuzulassungen, hat der Caravaning Industrie Verband ermittelt. Allein in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 wurden 54.439 Fahrzeuge neu zugelassen. Das sind bereits zur Halbzeit so viele wie im gesamten Jahr 2016.

Die teuren Camping-Gefährte brauchen natürlich die richtige Wohnmobilversicherung. Umfassenden Schutz bieten folgende Versicherungen:

  • die Kfz-Haftpflichtversicherung

  • die Teil- bzw. Vollkaskoversicherung

  • die Campingpolice

  • die Inhaltsversicherung


Kfz-Versicherung: Was Wohnmobile auf jeden Fall brauchen

Für Halter von Wohnmobilen ist der Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben. Die Haftpflicht deckt die Schäden Dritter ab. Prinzipiell gilt: Die Haftpflichtversicherung entschädigt die Unfallopfer einschließlich der Mitfahrer des Unfallfahrers bis zur vereinbarten Mindestversicherungssumme. Die Haftpflicht deckt Personen-, Sach- und Vermögensschäden ab, die durch das versicherte Fahrzeug entstehen.

Eine zusätzliche Kaskoversicherung deckt Schäden am eigenen Fahrzeug ab. Die Teilkasko leistet, wenn das Wohnmobil infolge von Feuer, Naturgewalten, bei Zusammenstößen mit Haarwild und durch Glasbruch zu Schaden kommt. Im Versicherungsschutz der Teilkasko ist ebenfalls die Entschädigung nach einem Diebstahl inbegriffen. Nach Statistiken der Kfz-Versicherer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Camping-Kraftfahrzeug geklaut wird, ist mehr als drei Mal so hoch wie bei normalen Pkw. Die Vollkasko erweitert den Versicherungsschutz der Teilkasko und leistet Schadenersatz bei selbstverschuldeten Unfallschäden sowie bei Vandalismus bzw. böswilliger Beschädigung. Nach Einbruchdiebstahl: Welche Versicherung zahlt? Zusätzlich zum normalen Reisegepäck können Reisemobile mit hochwertigen Gegenständen unterwegs sein, zum Beispiel mit Tablets für die Kinder, E-Bikes für die Eltern oder Sportgeräte für die ganze Familie. Kommen diese Dinge bei einem Einbruch abhanden, kann der Schaden gleich mehrere tausend Euro betragen. Wichtig zu wissen: Eine Teil- bzw. Vollkasko versichert diese Schäden nicht. Teil- und Vollkasko leisten ausschließlich, wenn fest verbaute Teile des Fahrzeugs gestohlen werden (wie z.B. der Bordcomputer etc.). Für Wohnmobile und Wohnwagen gibt es spezielle Inhaltsversicherungen, die bei einem Einbruchdiebstahl greifen. Diese auf Campingfahrzeuge zugeschnittenen Versicherungen leisten nicht nur nach einem Einbruch, sondern können auch nach Unfällen, Bränden und sogar Überschwemmungen ins Spiel kommen. Diese Versicherungen begleichen ausschließlich die Schäden, die am Inventar (=den losen Teilen im Fahrzeug) entstehen können.

Reisende sollte auch bei der Inhaltsversicherung darauf achten, dass die Höhe der Versicherungssumme zum tatsächlichen Inhalt des Wohnwagens oder -mobils passt. Je nach Versicherung kann die Entschädigungssumme begrenzt sein. Übersteigt die Höhe eines Schadens die Versicherungssumme, beispielsweise wenn gleich mehrere teure E-Bikes gestohlen werden, bleiben Verbraucher in diesem Fall auf einem Teil der Kosten sitzen. Gut zu wissen: Die Außenversicherung der Hausrat greift bei Wohnmobilen in der Regel nicht. Das OLG Karlsruhe urteilte 2018, dass die Hausrat nicht für aus einem Wohnmobil gestohlene Gegenstände aufkommen muss. Der Versicherungsschutz der Hausrat erstrecke sich - auch bei der Außenversicherung - auf Gebäude. Ein Wohnmobil, so das Gericht, sei nun mal kein Haus.

Tipp für Dauercamper

Für Dauercamper ist eine Campingpolice empfehlenswert. Denn diese versichert das Inventar, ein Vorzelt und Gegenstände des persönlichen Bedarfs. Unter anderem erstreckt sich der Versicherungsschutz auch auf Schäden, die dem Halter durch Diebstahl entstehen.





Quelle: dieversicherer.de