Beamte können deutlich entspannter auf den Lebensabend blicken


Im Verhältnis zu den in der freien Wirtschaft Angestellten scheint die Last einer Ruhestandsplanung aus den laufenden Bezügen für die Mehrzahl der staatsdienenden Beamten weniger thematisiert zu werden. Nun das ist im Prinzip auch kein Wunder, fällt eine das Alter finanzierende Pension doch deutlich üppiger aus, als was der „normale“ Bundesbürger von der gesetzlichen Rente erwarten darf. Und so überraschen die aktuellen Zahlen, die mit Hilfe des Statistischen Landesamtes NRW erhoben wurden nicht wirklich. Demnach machen Pensionäre an den 19,5 Prozent von der Altersarmut gefährdeten Haushalten lediglich einen sehr geringen Teil aus.



Altersarmut: Rentner deutlich gefährdeter als Pensionäre


Bei der Ermittlung des Armutsrisikos werden Rentner und Pensionäre – also Beamte im Ruhestand – für gewöhnlich in einen Topf geworfen. Eine Sonderauswertung hat beide nun getrennt voneinander betrachtet. Der Unterschied ist erschreckend.

Mehr als jeder zweite Bundesbürger ist beunruhigt über seine finanzielle Absicherung im Alter. Wahrscheinlich befinden sich unter diesen beunruhigten Bürgerinnen und Bürgern verhältnismäßig viele Menschen, die in der freien Wirtschaft angestellt sind – und nur wenige Beamte.

Diesen Schluss legt zumindest eine Sonderauswertung nahe, die der rentenpolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Matthias W. Birkwald, zusammen mit Professor Gerd Bosbach von der Hochschule Koblenz in Auftrag gegeben hat. Basis der Studie ist der vom Statistischen Bundesamt koordinierte Mikrozensus, für den regelmäßig knapp 400.000 Haushalte befragt werden.


Im Schnitt droht jedem sechsten Ruheständler Armut

Aus diesen Daten wird jährlich auch eine Armutsgefährdungsquote ermittelt. Als von Armut gefährdet gelten – etwas sperrig formuliert – Personen mit einem Äquivalenzeinkommen von weniger als 60 Prozent des Medians der Äquivalenzeinkommen der Bevölkerung in Privathaushalten am Ort der Hauptwohnung. In Deutschland bedeuteten diese 60 Prozent im Jahr 2017 ein Monatseinkommen von rund 1.100 Euro netto.

Laut dem Mikrozensus lagen im Jahr 2017 insgesamt 16 Prozent aller „Ruhestandshaushalte“ unter dieser 60 Prozent-Hürde. Ihre Armutsgefährdungsquote lag also bei 16 Prozent und somit ziemlich genau im Bundesdurchschnitt (15,8 Prozent). Allerdings werden bei den „Ruhestandshaushalten“ Rentner und Pensionäre in einen Topf geworfen. In der nun vorliegenden Auswertung von Birkwald und Bosbach wurden sie – mit Hilfe des Statistischen Landesamtes NRW – getrennt voneinander ausgewertet.


Pensionäre kaum betroffen

Das Ergebnis: Rentnerhaushalte sind mit 19,5 Prozent merklich stärker von Armut gefährdet als der Bundesdurchschnitt. Seit dem Jahr 2007 (14 Prozent) ist ihr Armutsrisiko zudem deutlich gestiegen. Besonders krass fällt der Vergleich zu Pensionären, also ehemaligen Beamten aus. Ihre Armutsgefährdungsquote lag 2017 bei nur 0,9 Prozent. In den 10 Jahren zuvor hat sie sich zudem kaum sichtbar verändert.

Als Rentnerhaushalte gelten der Studie nach Haushalte, deren Haupteinkommensbezieher sein Einkommen hauptsächlich aus einer gesetzlichen Rente erhält. Bei Pensionärshaushalten ist es dasselbe Modell, nur dass eine Pension hauptsächliche Einkommensquelle ist.




Quelle: procontra-online.de, 21.02.19


http://www.procontra-online.de/artikel/date/2019/02/altersarmut-rentner-deutlich-gefaehrdeter-als-pensionaere/

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