Mehr Zeit als Geld

Den Lebensabend aus Geldnöten in Tschechien, Polen, Ungarn oder der Slowakei verbringen? Das kann erstrebenswert sein, ist für viele aber eine unschöne Vorstellung.


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Altersarmut ist ein großes, ja wachsendes Thema. Doch beileibe nicht mehr bloß für Langzeitarbeitslose oder kleine Selbständige ohne Rücklagen. Und auch nicht nur für Geringverdiener und Teilzeitjobber. Nein, Geldsorgen im Alter haben inzwischen auch Gutsituierte mit auf den ersten Blick auskömmlichen Bezügen.

Menschen die einst gut verdient und vorgesorgt haben, geraten im Lebensabend in erhebliche finanzielle Nöte.


Die Gefahr wächst, weil Deutschland zunehmend „vergreist“: war früher ein 100. Geburtstag eine absolute Seltenheit, ist er heute ein regelrechtes Massenphänomen. 1990 zählte die Altersgruppe 100 plus ca. 2.600 Mitglieder... waren es 2014 laut statistischem Bundesamt schon weit mehr als 17.000! Die Deutschen sind das drittgrauste Volk der Welt (nach Japan und Italien).


Was eins „Lebensabend“ hieß, dauert heute durchschnittlich gut 20 oder gar 40 Jahre. Das hat natürlich dramatische Folgen:

Die gesetzliche Rente muss von einer immer kleiner werdenden Anzahl junger Menschen finanziert werden - das wird in Zukunft kaum mehr ausreichen, den Wohlstand der Älteren zu sichern. Gleichzeitig wachsen Risiken und Kosten eines langen Lebens - die Gefahr etwa ein Pflegefall zu werden!


Wer heute zwischen 40 und 60 Jahre alt ist, steckt regelrecht in der Zwickmühle. Selbst diejenigen, die sich zur stabilen Mittelschicht zählen, schwant inzwischen, dass es auch für sie eng werden könnte ... im letzten Drittel.


Die Angst vor dem Absturz aus den gewohnten Verhältnissen reicht tief in die Mitte der Gesellschaft. Nach aktuellen Umfragen (z.B. Deutschland Report AXA) halten 6 von 10 Erwerbstätigen Ihre Altersvorsorge für „nicht ausreichend“. Und mehr als ein Drittel gibt an, dass Ihnen schlicht die Mittel fehlen , um sich für den Fall einer Pflegebedürftigkeit zu wappnen.

Die Rentner selbst blicken noch pessimistischer in die Zukunft. Fast jeder Dritte fürchtet zu verarmen. Noch 2016 plagte diese Angst „nur“ jeden Vierten. Selbst saftige Rentenerhöhungen konnten die grassierende Angst nicht eindämmen. Ganz im Gegenteil: die Unsicherheit wächst spürbar.


Doch worin bestehen die Risiken, als alter Mensch ruiniert zu sein? Wogegen müssen sich Rentner sowie deren Kinder und Kindeskinder wappnen?

Nicht nur Langzeitarbeitslose haben ein immens hohes Alters-Armuts-Risiko, auch Personen, die durch Krankheit den Beruf gar nicht oder nur eingeschränkt ausüben können, ebenso Selbständige ohne Absicherung und vor allem Frauen, die kaum in die Rentenkasse eingezahlt haben (und die Vorsorge klassisch allein dem Mann überlassen).

Selbst in der jetzigen Zeit, scheuen sich viele Ältere (geprägt von der Nachkriegszeit), überhaupt Hilfe von einem Amt zu beantragen - die Dunkelziffer ist hoch!


Sozialforscher wissen: dass Jüngere deutlich leichter aus der Not herausfinden und sich in „normale“ Einkommensverhältnisse hocharbeiten. Für sie ist Armut nur eine Lebensepisode.


Im Alter aber gilt: Wer arm ist, stirbt auch arm!

In einem wesentlichen Punkt sind sich die Experten einig: die Altersarmut wächst. Rentenexperten gehen in einer vorsichtigen Schätzung davon aus , dass sich allein der Anteil der Rentner, welche auf Grundsicherung angewiesen sind - also das Hartz4 des Alters - in den nächsten 20 Jahren verdoppelt. Im Jahr 2030 könnten es laut Studie der Deutschen Rentenversicherung schon 1,1 Millionen Bedürftige sein!


Risiko: Pflegefall

Zuletzt lagen die Kosten (laut statistischem Bundesamt) für einen Heimplatz bei höchster Pflegebedürftigkeit (Pflegegrad 5) bei 3.778 € im Monat - für Pflege, Unterkunft, Essen und Investitionskosten. Im Durchschnitt!


Davon übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung 2.005 € - der Rest, also 1.773 € - muss aus eigener Tasche finanziert werden.


Abhängig von Region und Einrichtung können die Kosten noch deutlich höher ausfallen. Beispiel München: im exklusiven Tertianum beträgt der Eigenanteil für einen Pflegeplatz der höchsten Stufe sagenhafte 5.236€ im Monat. Zunehmend müssen die Angehörigen einspringen, weil das Wohnen über einen langen Zeitraum kaum noch bezahlbar ist.


Zum Vergleich: die Standardrente die einer erhält, der 45 Jahre lückenlos immer das Durchschnittseinkommen (ca. 37.100€ Brutto im Jahr) verdiente, betrug 2018 rund 1.441€ (West) bzw. 1.381 € (Ost).


Doch meisten Menschen erreichen eine derartige Lebensarbeitszeit gar nicht (mehr). Die Erwerbsbiografien verändern sich immens. Selbst Rentner, welche mindestens 35 Versicherungsjahre vorweisen können, erhalten im Durchschnitt gerade einmal 1.184€. Da fehlen fast 600€ pro Monat, um auch nur die durchschnittlichen Heimkosten zusätzlich tragen zu können.


Eine Prognose der Bertelsmann Stiftung bestätigt: die Forscher rechnen bis 2045 mit rund fünf Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland. Zum Vergleich: im Jahr 2017 waren es noch 3,3 Millionen. Zudem werden immer weniger Familien für Ihre alternden Angehörigen sorgen (können): die Zahl der Nachkommen sinkt rapide, aufopferungsvolle Hausfrauen, die früher Eltern oder Schwiegereltern pflegen haben heute Seltenheitswert - weil selber erwerbstätig.


Hinzu kommt noch, dass kaum noch alle Generationen unter einem Dach leben!

In 25 Jahren lebt fast jeder dritte Pflegebedürftige in einem (teuren) Heim.


Risiko: steigende Mieten

Die Nachfrage nach günstigen Wohnraum ist enorm. Mieten die schneller steigen, als die Renten. Deutschland steht (laut Ökonom Matthias Günther vom Pestel Institut Hannover) eine „graue Wohnungsnot“ bevor.


Für Senioren von morgen wird es eng.

Die Babyboomer, jene geburtenstarke Jahrgänge der Sechzigerjahre, die ab 2025 massenhaft in Rente gehen, müssen sich auf eine unheilvolle Kombination einstellen: Eine ganze Generation mit deutlich niedrigeren Renten trifft dann auf steigende Wohnkosten. Auch Menschen aus der Mittelschicht bekommen dann ein Problem. Viele können sich Ihre großen Wohnungen nicht mehr leisten, sie müssten in kleinere umziehen.Doch gerade an denen mangelt es - nicht nur in Großstädten wie Hamburg, München oder Stuttgart!

Ein Wegzug nach 40 Jahren Leben an einem (Heimat-) Ort, das soziale Umfeld verlassen ... solche Sorgen möchte man sich im Alter nicht machen müssen.


Alternative Wohnkonzepte können eine Lösung sein.

Öffentlich geförderte Wohngemeinschaften (zum Beispiel der Verein „Nachbarschaftlich leben für Frauen im Alter“), wo man günstig leben kann und einander unterstützt. Dafür müsste man einem Verein beitreten, sich selber engagieren und einen Wohnberechtigungsschein vorweisen. Allerdings ist es schwierig, einen Platz in einer solchen „Frauen-WG“ zu ergattern.

Die Nachfrage nach günstigem Wohnraum ist enorm, die Angebote so zahlreich, wie Gänseblümchen in der Arktis.

Ähnliche Modelle gibt es in einigen Städten - vergleichbar mit Studenten-WGs - nur eben für sehr alte Semester, Fremde und von Not bedrohte Senioren trotzen gemeinsam den Widrigkeiten des Alters. Das mag im Einzelfall eine Lösung sein. Doch um Wohnungsnot einzudämmen, reichen wohl derartige Angebote bei weitem kaum aus.


Risiko: Langlebigkeit

Bei der gesetzlichen Rente spielt es keine Rolle, wie alt man wird - die wird bis zum Lebensende gezahlt. Doch je stärker diese Rentenform in den Hintergrund tritt und private Vorsorge an Bedeutung gewinnt, desto wichtiger wird die Kalkulation mit dem eigenen Tod: Wieviele Jahre muss das Geld (noch) reichen?

Das ist neben der Gefahr des Pflegefalls und der steigenden Mieten das dritte große Risiko, das (auch) vermeintlich gut Abgesicherte in Armut stürzen kann. Sie werden 100 Jahre alt, aber mit 85 oder 90 geht das Geld aus!


Die Lebenserwartung gibt das Statistische Bundesamt heute für einen Jungen mit 78 Jahren an und einem Mädchen mit 83. Dabei völlig vernachlässigt aber ist der medizinische Fortschritt sowie Verbesserungen der Lebensbedingungen. Das scheint nicht sehr realistisch. Deshalb veröffentlich die Behörde noch eine erweiterte Prognose. Danach können heute geborene Jungen hoffen, 90 Jahre alt zu werden und Mädchen 93. Im Durchschnitt! In einzelnen Studien geht man davon aus, dass von im Jahr 2001 Geborene, mehr als die Hälfte mindestens 100 Jahre oder älter werden.

(Auf meiner Website finden sie dazu auch einen sehr anschaulichen Lebenserwartungsrechner).


Vor diesen Fragen stehen künftig Hunderttausende: die Kinder der Babyboomer. Die Rollenverteilung zwischen den Generationen kehrt sich um. Plötzlich sind es die Eltern, die Hilfe beim Anziehen brauchen - und manchmal eben auch Geld. Kinder, deren Eltern Grundsicherung im Alter erhalten, müssen laut Gesetz zwar nicht für sie aufkommen (anders als bei der Pflegebedürftigkeit). Allerdings bekommen Eltern diese Unterstützung nicht, wenn ein Kind ein Bruttoeinkommen von über 100.000€ hat.

Strenger sind die Regeln, wenn das Sozialamt einspringen muss, etwa in Form der Übernahme von Pflegekosten. Dann wird genauer hingeschaut und geprüft und das Geld kann von den Kindern zurückgefordert werden.


Die Altersarmut betrifft also keineswegs nur die Alten - sie belastet ob kurz oder lang auch die Jungen!


Stellt sich nun die Frage: Was ist zu tun?

Gibt es dafür eine Lösung? Antwort: Es gibt nicht die eine Lösung, sondern muss die Frage für jeden individuell und ausführlich betrachtet werden.


Aber: es gibt natürlich Lösungsansätze für vielerlei Ausgangslagen und Lebensphasen.

Prinzipiell lässt sich jedoch eines sagen: Eine Versicherung gegen ein Risiko, das mich ruinieren kann, ist grundsätzlich sinnvoll!

In den Gesprächen mit meinen Klienten wird schnell klar: Es gibt keine einfache Antwort. Aber wenn man sich beraten lässt - und etwas Geld beiseite legen kann - dann geht doch sehr viel.


Geldanlage für Faule?

Faul - also an einer möglichst bequemen Form der Geldanlage interessiert - darf man ruhig sein ;-)


Nur eines sollte man tunlichst vermeiden: Das Thema auf die lange Bank schieben!


Wenn man jung anfängt, kann man mit kleinen Beiträgen viel sparen - das ist nunmal einfachste Mathematik.


Immerhin findet ein Bewusstseinswandel statt: Seit einigen Jahren kommen auch immer mehr Jüngere auf mich zu, die gerade die Lehre beendet haben oder mit der Uni fertig sind und machen sich jetzt schon Gedanken um ihre Altersvorsorge. Das ist definitiv nicht übertrieben ... Ganz im Gegenteil: das ist das einzig Richtige!






Quellen:

- Statistisches Bundesamt

- "Die Zeit" vom 10.02.19

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