Millionen unterm dem Kopfkissen – Bargeld in der Hausratversicherung

Selten sind es Millionen, doch gerade bei älteren Personen findet man überraschend oft große Bargeldbeträge in Schränken und Kommoden. Was sagt die Hausratversicherung dazu?





Laut Bundesbank hat jeder Deutsche im Durchschnitt 70.000 Euro auf der hohen Kante. Aufgrund der niedrigen Zinsen bewahren viele Sparer ihr Geld in der Wohnung auf. Größere Mengen an Geld ungesichert zu Hause zu verstecken ist jedoch eine schlechte Idee. Egal ob Sparer ihr Geld schnell in die Kaffeedose stecken, unter der Matratze bunkern oder im Bücherregal verstecken: Einbrecher tricksen sie dadurch nicht aus, denn diese kennen die bekanntesten Verstecke.


Bei Rentnern und Pensionären gibt es den ungebrochenen Trend, Geld in den eigenen vier Wänden zu horten. Nicht wenige davon heben monatlich einen großen Teil ihrer Rente (oder auch alles) vom Bankkonto ab und „verwalten“ das Bargeld zuhause. Berichte von Erben, die bei der Haushaltsauflösung eine fünfstellige Summe im Kleiderschrank fanden, sind Ihnen sicherlich bereits einmal zu Ohren gekommen.


Nicht nur Ruheständler!


Auch Gewerbetreibende lagern Einnahmen nicht selten zuhause zwischen, bevor sie diese am nächsten Tag zur Bank bringen. Womöglich will man am Wochenende einen Gebrauchtwagen kaufen und hat für diesen Zweck 10.000 Euro vom Konto abgehoben, die jetzt in der Jackentasche stecken. Auch Strafzinsen bei der Hausbank sind für manchen Bürger Anlass genug, dort eben kein Geld mehr zu lassen.


Warum Geld ohne erkennbare Veranlassung in großer Menge zuhause gelagert wird, spielt im Weiteren keine Rolle. Wichtig ist, dass es viele dieser Fälle wirklich und gar nicht allzu selten gibt.


Das ist ein echtes Problem, denn jeder Hausrattarif am Markt sieht eine Obergrenze für Bargeld vor, bis zu dem Versicherungsschutz ohne Tresor geboten ist. Wird eingebrochen oder ein Feuer bricht aus, ist es also gut möglich, dass ein großer Teil des Vermögens einfach nicht ersetzt wird. Wenn dann beispielsweise 10.000 Euro unwiederbringlich verloren sind, wird Ihre Erklärung mit Verweis auf die Bedingungen natürlich wenig tröstlich sein. Wie so oft, muss dieses Thema vor einem Schadenfall angesprochen und dokumentiert werden. Und vielleicht findet sich sogar eine Lösung.


Hohe Obergrenze ohne Tresor?


Tresore, zudem solche, welche die Voraussetzungen, die ein Hausrattarif an sie stellen, erfüllen, sind in der Bevölkerung doch eher spärlich gesät. Daher ist die Basis jeder Lösung für das geschilderte Problem die Wahl einer Hausratversicherung, die eine möglichst hohe Obergrenze für Bargeld außerhalb eines Tresors vorsieht. Gleich vorweg: Mir ist aktuell (leider) kein Anbieter bekannt, der mehr als 5.000 Euro ohne Tresor deckt.


Und der Rest?

Viele Möglichkeiten gibt es da nicht.

  • Auf Vertrauenspersonen verteilen. Erfahrungsgemäß spielen hier Argumente und Erklärungen nicht mehr in jedem Fall die große Rolle. Enge Angehörige, wie die Kinder, finden vielleicht noch Gehör, bei „Fremden“ wird es gar kein Bargeld geben. Sie sollten in jedem Fall eindeutig dokumentieren, dass Sie über das Thema gesprochen haben!

  • Angehörige kaufen einen Tresor, der die zumeist geforderten 200 Kilogramm vorweisen kann. Tresore in dieser Klasse sind im Fachhandel bereits ab etwa 1.000 Euro erhältlich.

  • Ein Bankschließfach anmieten. Das kann vor allem für die Strafzinsvermeider interessant sein. Der Inhalt eines Schließfachs lässt sich wesentlich entspannter über die Hausrat mitversichern, wie wir in diesem Artikel bereits behandelt haben.

Das Problem mit der Nachweispflicht


Schließen wir unsere Gedanken mit der Frage ab, wie man im Schadenfall einen Nachweis über den tatsächlichen Besitz des Geldbetrages erbringen kann – auch für Bargeldvorräte, die noch unter der versicherten, tresorfreien Grenze liegen. Hier haben es Gewerbetreibende wohl am einfachsten, da es sicher Kassenbuch oder Kaufvertrag gibt, aus dem Summen und Zahlungen hervorgehen. Ansonsten wird man wohl nur noch auf Auszahlungsbelege der Bank hoffen können. Auch hier tun sich natürlich Glaubhaftigkeitsprobleme auf, wenn Geld über einen längeren Zeitraum angespart wird. Wir empfehlen, wenigstens regelmäßig ein aussagekräftiges Foto des Geldes zu machen. Hierbei sollte ein Bezugspunkt zum Datum nicht vergessen werden (z. B. Zeitung mit aufs Bild).


Sie können Menschen nicht vor sich selbst beschützen. Sie können lediglich dabei helfen, deren Hab und Gut bestmöglich abzusichern. Wo es sich anbietet, beziehen Sie Angehörige mit ein. Schützen Sie sich selbst, indem Sie Fragen stellen und in jedem Fall dokumentieren.


Damit das Geld zu Hause sicher ist Wer mehr Bargeld im Haus verstecken möchte, sollte die Sicherheit erhöhen und sich mit der Anschaffung eines geeigneten Tresors gegen Diebe schützen. Größere Mengen Bargeld, Schmuck und wichtige Dokumente werden zu Hause am besten in einem widerstandsfähigen Tresor aufbewahrt. Dieser sollte schwer zu transportieren und möglichst fest eingebaut sein. Gut zu wissen: Tresore sind nicht nur ein sicheres Versteck für das eigene Vermögen, je nach Modell schützen sie das Geld auch bei einem Wohnungsbrand. Tresore gibt es in abgestuften Sicherungsklassen. Je höher die Werte im Tresor, desto höher sollte auch die Sicherungsklasse sein. Der Tresor sollte neutral geprüft und zertifiziert sein. Zu erkennen ist dies beispielsweise an der VdS Zertifizierungsmarke. Zur Erhöhung der Sicherheit ist darüber hinaus der Einbau einer Alarmanlage empfehlenswert. Wie kann ich den Tresorinhalt versichern? Mit einer Hausratversicherung kann man sein Hab und Gut gegen Schäden durch Feuer, Sturm, Hagel, Leitungswasser und Einbrecher schützen. Mit zum Hausrat gehören auch Wertsachen wie Bargeld. Nach einem Einbruch entschädigt der Versicherer gestohlenes Geld jedoch nur bis zu einer bestimmten Höchstgrenze, häufig sind das 1.000 bis 2.000 Euro. Höhere Summen Bargeld sind somit nicht automatisch versichert, können aber individuell vereinbart werden. Die Entscheidung, wie viel Geld und welche Wertsachen in welchem Tresor versichert werden können, liegt beim Hausratversicherer. Dabei spielen der Widerstandsgrad des Wertbehältnisses und die Frage, ob die Überwachung durch eine Einbruchmeldeanlage vorhanden ist, eine entscheidende Rolle. Was gilt bei Schließfächern in der Bank?

Eine Alternative für die Lagerung von Bargeld und Wertgegenständen in der Wohnung ist ein Bankschließfach. Dieses kann man gegen eine Gebühr bei Banken und Sparkassen mieten. Der Inhalt des Schließfaches ist bis zu einer bestimmten Höhe versichert. Wie hoch der Versicherungsschutz ist, sollte man bei der Bank erfragen, bei der ein Schließfach angemietet werden soll. In einigen Hausratversicherungen ist auch der Inhalt von Schließfächern in Tresorräumen von Banken mitversichert. Auch hier gelten Entschädigungsgrenzen, die von Bank zu Bank variieren können. Darüber hinaus gibt es spezielle Versicherungen für Kundenschließfächer. Je nach Vertrag ist der Inhalt des Schließfaches gegen Schäden durch Feuer, Einbruch, Raub, Sturm, Hagel oder Leitungswasserschäden versichert. Die Höhe der Versicherungssumme hängt von den Werten im Schließfach ab und kann individuell mit dem Versicherer vereinbart werden.

Je nach Geldmenge sollte der richtige Widerstandsgrad des Tresors gewählt werden, um das Vermögen wirksam vor Einbrechern zu schützen. Je höher der Widerstandsgrad eines Tresors, desto stabiler und sicherer ist der Schrank. Im Privatbereich reicht in der Regel der VdS-Grad N, I oder II aus. Um sicher zu gehen, sollten Verbraucher mit ihrem Versicherer Rücksprache halten.

Hausratversicherung hier berechen:


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Quellen: vema-eg vom 01.09.20, dieversicherer.de